Biegefähige Pulverbeschichtung

Um das Risiko der Rissebildung bzw. Lackabplatzungen im Biegebereich beim nachträglichen mechanischen Verformen pulverbeschichteter Bleche zu minimieren,
beachten Sie bitte folgende Richtlinien:

  1. Den Pulverbeschichter bitte bei Auftragserteilung darauf hinweisen, daß die zu beschichtenden Bleche für eine nachträgliche Biege- bzw. Kantbearbeitung verwendet werden. Dieser muß spezielle Richtwerte zu Pulverapplikation und Einbrennbedingungen einhalten.

  2. Hochglänzende Farben sind für eine biegefähige Beschichtung empfehlenswert, da bei Glanzgraden <80 GE die Rissbildung deutlich zunimmt.

  3. Empfehlenswert für biegefähige Beschichtungen sind z. Zt. nur Weißtöne. Speziell hochpigmentierte Buntfarben sowie Metallicpigmentierungen sind nicht bzw. nur eingeschränkt geeignet. Hier empfehlen wir Rücksprache mit unseren Mitarbeitern.

  4. Unsere Praxis zeigt, daß die besten Ergebnisse mit Blechen aus AlMg 1 halbhart erzielt werden. Die maximale Blechstärke für Biege- und Kantbearbeitung liegt u.E. bei 2,0 mm.

  5. Die Kantrichtung sollte möglichst parallel zur Walzrichtung liegen.

  6. Der Innenbiegeradius der Kantung sollte mindestens der Blechdicke entsprechen.

  7. Die Bleche sollten vor der mechanischen Verformung mit einer qualitativ hochwertigen Schutzfolie abgeklebt werden.

  8. Kantwinkel >90 Grad bitte vermeiden.

  9. Vor dem Kanten die Bleche mind. 24 Std. bei Raumtemperatur von 20 C temperieren, zusätzlich das Kantwerkzeug erwärmen.

  10. Zwischen Beschichtung und Kantung sollten max. 2 - 3 Wochen liegen.

Diese Informationen basieren auf Erfahrungen, die wir mit unserem Pulverlieferanten in unserer Produktion erzielt haben. Uns sind jedoch die Produktionsbedingungen unserer Kunden oder deren Anwender nicht bekannt. Wir können nicht gewärleisten, daß dort gleiche Ergebnisse erzielt werden.

Diese Hinweise erfolgen nach derzeitigem Stand der Technik und bestem Wissen, sind aber ohne Verbindlichkeit. Sie befreien den Anwender nicht davon, die Tauglichkeit des vorgesehenen Verwendungszweckes in eigener Verantwortung zu prüfen. Es gelten ausschließlich unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen mit Stand 1.11.92.


 

Kontaktstellen

Ihr Material, das bei uns veredelt wird, muß ordnungsgemäß vorbehandelt werden, um eine Qualitätsbeschichtung zu erzielen. Die Vorbehandlung erfolgt in 20 Zonen mit Tauchbädern. Hier wird es automatisch in jedes Bad gesenkt und herausgehoben.

Vorentfettung - Entfettung - Beize - Spüle - Spüle - Dekapierung - Voranodisierung - Spüle >>>

<<< FE Phosphat - Spüle - Chromat - Spüle - Spüle - VE Spüle - Trocknen

Dazu sollte Ihr Material gut an den Chargen (Warenträgern) verankert sein: Kontakt- und Befestigungspunkte, sowie Aufhängebohrungen sind wichtig. Für die Befestigung nehmen wir Draht, Klemmen oder speziell vorgefertigte Gehänge (Aufhängevorrichtungen).

Warenträger Kantung 1

Die Flüssigkeiten in der Vorbehandlung müssen bei Hohlkörpern gut hinein und herauslaufen können, damit dieser nicht aufschwimmt. Dazu benötigen wir Ein- und Auslaufbohrungen (> 4 mm Durchmesser).

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Wichtig für Sie ist, daß Sie uns bei Auftrag oder Anlieferung auf Skizzen die Kontaktstellen mitteilen und Aufhängebohrungen vorsehen. Die technisch notwendigen Kontaktstellen werden, wenn Sie keine anderen Wünsche angeben, produktionsgerecht plaziert.

Für die anschließende Pulverbeschichtung sind Ihre Informationen mit Pfeilen oder Strichlinien zu den Sichtseiten wichtig, damit Ihr Material eine Qualitätsbeschichtung an der richtigen Stelle erhält:

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Jalousienkästen mit Umlegung und beidseitig geschlossenem Deckel

Ursache

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Abhilfe

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Ausklinken der Umlegung

  • Flüssigkeitsrückstände könen abfließen

  • keine Lackbeschädigung


 

Jalousienkästen >= 3000 mm Länge

Ursache

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Abhilfe

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  • können ohne großen Aufwand an Baustelle entfernt werden

  • Ausbeulen wird verhindert


 

Fassadensystem mit sichtbarer Aufhängung

Abhilfe

Seitliche Umkantung > 60 mm

Genügend Restfutter

Keine Knickgefahr

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Fassadensystem mit unsichtbarer Aufhängung

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